Modul 5: Risikobewertung und Verbesserung der Sicherheit

COVID-19 Pandemie in Deutschland
Risikobewertung
Kommunikation mit Opfern über Sicherheitsmaßnahmen und Risikoeinschätzung
Erstellung eines Sicherheitsplans
Unmittelbares Risiko von Selbstmord und Selbstverletzung
IMPRODOVA Checkliste und ein Szenarien-basiertes Lernmodul zur Risikobeurteilung bei häuslicher Gewalt

Einführung ins Thema

Viele Opfer, die Gewalt erlitten haben oder erleiden, haben Angst um ihre Sicherheit. Andere Opfer denken vielleicht nicht, dass sie einen Sicherheitsplan brauchen, weil sie nicht erwarten, dass die Gewalt sich wiederholt oder eskaliert. Man sollte erklären, dass Täter/innen häuslicher Gewalt in den meisten Fällen nicht von selbst aufhören: häufig setzt sich die Gewalt fort und kann mit der Zeit schlimmer werden und häufiger auftreten.
Die Beurteilung und Planung der Sicherheit ist ein fortlaufender Prozess – es ist nicht nur ein einmaliges Gespräch. Man kann helfen, indem man die besonderen Bedürfnisse und die Situation der Opfer mit ihnen bespricht und jedes Mal, wenn man sie sieht, ihre Optionen und Ressourcen erkundet, wenn sich ihre Situation ändert. Es ist immer wichtig anzusprechen, ob es sicher ist, nach Hause zurückzukehren.

Lernziele

In diesem Modul wird vorgestellt, was bei der Risikobewertung von Patientinnen und Patienten, beachtet werden muss, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, und welche Schritte notwendig sind, um die Sicherheit der Opfer zu verbessern. Des Weiteren wird vorgestellt, welche Schritte unternommen werden müssen bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung der Opfer.


IMPRODOVA: Häusliche Gewalt zu Katastrophenzeiten


COVID-19 Pandemie in Deutschland

Im März 2020 wurden in den 16 Bundesländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten lokale Lockdowns wegen der Risiken der Covid-19-Pandemie von den Behörden angeordnet. Die Durchsetzung der Quarantänevorschriften war hierbei unterschiedlich geregelt. Im April kam jedoch fast ganz Deutschland zum Stillstand: Home-Office und Online-Unterricht wurden eingeführt. In der Mehrzahl der Bundesländer wurden der reguläre Schulbesuch und die Kinderbetreuung nicht vor Ende der Sommerferien wieder aufgenommen. Im September begannen die Infektionsraten, wie in fast allen europäischen Ländern, wieder stetig zu steigen. Dies führte im November zur Wiedereinführung von lokalen Lockdowns im ganzen Land. Ein wesentlicher Unterschied zum ersten Lockdown bestand darin, dass diesmal Kinderbetreuung und Schulen bisher offenblieben.

Häusliche Gewalt in Zeiten der Pandemie

Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Schulen, Homeoffice, Kurzarbeit, finanzielle Sorgen und Zukunftsängste – all diese Faktoren haben das Potential erhöhten partnerschaftlichen und familiären Stress hervorzurufen. Es wird daher vermutet, dass es zu einem deutlichen Anstieg von Gewalttaten zu Hause kam und weiterhin noch kommen würde. Zum Höhepunkt der Lockerungen im Juni 2020 verzeichnete etwa die Berliner Gewaltschutzambulanz einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Vorjahr, die Zahl der registrierten Kindesmisshandlungen stieg im ersten Halbjahr 2020 fast um ein Viertel an (Quelle: https://www.t-online.de/gesundheit/id_88776802/haeusliche-gewalt-hier-finden-opfer-und-taeter-hilfe.html).


Risikofaktoren

  • Gesundheitliche und psychische Probleme können sich während des Lockdowns verstärken, da gesundheitsrelevante Serviceleistungen nur eingeschränkt zugänglich sind. Dies kann sich wiederum negativ auf den Gesundheitszustand Einzelner auswirken, ihr Stressniveau erhöhen und eine Zunahme gewalttätiger Übergriffe begünstigen.
  • Mit der wirtschaftlichen Unsicherheit oder Arbeitslosigkeit gehen finanzielle Sorgen einher, die destruktive Bewältigungsmechanismen verstärken können.
  • Gewalt hat immer auch mit Machtanspruch zu tun. In Zeiten von Krise und Isolation und damit verbundener gefühlter Hilflosigkeit, Kontrollverlust und Machtlosigkeit ist Gewalt vermeintlich ein Mittel, um Kontrolle und Macht zurückzugewinnen.
  • Sprachbarrieren, Schließungen von Anlaufstellen oder der Fakt das Sozialarbeitende aufgrund der Schutzmaßnahmen nur noch eingeschränkt vor Ort präsent sind, können den Zugang zu Unterstützungsangeboten deutlich erschweren.
  • Opfer könnten zudem zögern Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen, aus Angst davor, sich mit Covid-19 anzustecken.
  • Die soziale Distanzierung kann die sozialen Kontakte Einzelner so stark einschränken, dass sich die Opfer, ohne die Nähe und Ermutigung von Bezugspersonen, nicht trauen, sich Hilfe zu suchen. Ebenso werden Bezugspersonen, Bekannte oder Außenstehende wie Arbeitgebende oder pädagogische Fachkräfte nicht auf das Problem aufmerksam und können nicht als Unterstützende agieren. Andererseits sind Nachbarn und Nachbarinnen wachsamer und präsenter und aufgrund der Ausgangsbeschränkungen als protektiver Faktor zu berücksichtigen.

Hell- und Dunkelfeld

Fast alle zuständigen Stellen weisen darauf hin, dass gerade bei häuslicher Gewalt Anzeigen bei der Polizei oft mit zeitlicher Verzögerung eingehen, und dass Vorfälle stattdessen öfter von Bezugspersonen gemeldet werden (Quelle: Angaben der Ministerien und Polizeidienststellen in den Bundesländern; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88788090/corona-und-haeusliche-gewalt-so-gross-ist-das-problem-in-ihrem-bundesland.html). Die Corona-bedingten Einschränkungen haben genau das aber oft schwierig gemacht, weil diese sozialen Kontakte fehlten. Deshalb könnten womöglich noch mehr Fälle als sonst unerkannt geblieben sein. Viele Stellen gehen folglich von einer hohen Dunkelziffer aus, die schon in normalen Zeiten zwei Drittel beträgt.

Diese Logik bieten einen Erklärungsansatz dafür, warum es neben einer Zunahme von gemeldeten Fällen häuslicher Gewalt in manchen Gegenden zu einem Rückgang der Zahlen kam. Dies könnte dadurch erklärt werden, dass der Täter oder die Täterin immer zu Hause anwesend waren, sodass das Opfer keine Möglichkeit hatte, Hilfe zu rufen und/oder eine Straftat anzuzeigen, ohne eine Eskalation zu riskieren.

Einblicke in die Erfahrungen von Opfern und in die Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen während der Zeit des Lockdowns liefert eine repräsentative Umfrage von Steinert und Ebert (https://toolbox-opferschutz.at/sites/toolbox-opferschutz.at/files/inline-files/Studie_COVID.pdf).

Dass es derzeit noch kein gesichertes Gesamtbild in Bezug auf die Zu- oder Abnahme von häuslicher Gewalt für Deutschland gibt, liegt an den unterschiedlichen Daten, die die Bundesländer bislang zur Verfügung gestellt haben. Einige machen Angaben zur Zahl der Opfer häuslicher Gewalt, andere zum Aufkommen entsprechender Fälle. Ein belastbares Gesamtbild für Deutschland zur häuslichen Gewalt wird es laut Bundesfamilienministerium erst Ende des Jahres 2020 geben. Belastbare Daten liefert dann die Jahresauswertung der polizeilichen Kriminalstatistik (Quellen: Angaben der Ministerien und Polizeidienststellen in den Bundesländern; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88788090/corona-und-haeusliche-gewalt-so-gross-ist-das-problem-in-ihrem-bundesland.html;https://www.tagesschau.de/inland/haeusliche-gewalt-corona-101.html).


Häusliche Gewalt in Zeit der COVID-19 Pandemie in den EU-Ländern

In Zeiten der COVID-19 Pandemie wurde auch in den EU-Ländern verstärkt über häusliche Gewalt berichtet. Jedes einzelne Land hat Maßnahmen ergriffen, um Opfer häuslicher Gewalt auch während der Pandemie zu unterstützen und vor weiterer Gewalt zu schützen.

Nationale Aktionspläne

Irland, Spanien und Litauen zählen zu den EU-Ländern, die einen nationalen Aktionsplan gegen häusliche Gewalt während der Pandemie eingeführt haben. Während Spanien und Litauen die Koordination zwischen ihren Gesundheits-, Polizei- und Justizdiensten verstärkt haben, ist Irland noch einen Schritt weiter gegangen und hat 160.000 Euro für die Unterstützung von Notunterkünften und Hotlines für die Opfer häuslicher Gewalt aufgebracht. Irische Gerichte haben Fällen häuslicher Gewalt Priorität eingeräumt und die Zahl der Anhörungen aus der Ferne ausgeweitet. Die Polizei überprüfte zudem Frauen, die bereits in der Vergangenheit Gewalt erlebt haben.

Gesetzgebung

Mehrere EU-Länder haben ihre Gesetzgebung angepasst, um Notunterkünfte und Hotlines jederzeit zugänglich zu machen. In Lettland, Estland, der Slowakei und Frankreich sind die Regierungen nun gesetzlich verpflichtet, Frauen, die zu Hause Gewalt ausgesetzt sind, alternative Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Estnische Gerichte sind befugt, einstweilige Verfügungen gegen gewalttätige Partner und Partnerinnen zu erlassen, um das Opfer vor Obdachlosigkeit zu schützen und den Täter oder die Täterin zur Rechenschaft zu ziehen.

Sensibilisierungskampagnen

Fast jedes EU-Land führte Sensibilisierungskampagnen durch, um Opfer häuslicher Gewalt über verfügbare Hilfen zu informieren. In Griechenland, Finnland und Portugal richteten sich diese beispielsweise speziell an Geflüchtete und Personen mit Migrationshintergrund, während sich andere Länder an Frauen aus Roma-Gemeinschaften, LGBTIQ+-Frauen oder Hörgeschädigte wandten. Aufklärungskampagnen können außerdem Zeugen und Zeuginnen häuslicher Gewalt dazu ermutigen, Opfer zu unterstützen, indem sie klare Anleitungen zu Hilfsangeboten bieten.

Wackelige Unterstützungssysteme

Die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, dass die Unterstützungssysteme für Opfer häuslicher Gewalt in den meisten EU-Ländern auf wackeligen Beinen stehen. Die Mitarbeitenden von Notunterkünften und Beratungsstellen waren mit der gestiegenen Nachfrage und dem erhöhten Leiden der Opfer überfordert. Sie fühlten sich nicht auf die Situation vorbereitet, aus der Ferne Unterstützung zu leisten und den Opfern nicht mehr von Angesicht zu Angesicht helfen zu können. Gleichzeitig mussten sie selbst ihre Arbeit an die neue Situation (z.B. Home Office, Kontakte reduzieren, Kinder betreuen) anpassen. In Deutschland war deshalb beispielsweise das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ nicht durchweg besetzt.

Quellen:

https://preview.mailerlite.com/b1s0i7/1557821091609579573/e3j4/

https://www.hilfetelefon.de/


Spezielle Rolle von Polizei, Gesundheitssektor und sozialem Sektor während der COVID-19 Pandemie

Polizei
  • Die Aufmerksamkeit der Polizei liegt in Zeiten des Lockdowns und der Pandemie auf der Einhaltung und Kontrolle staatlich angeordneter Maßnahmen.
  • Insbesondere zu Beginn des Lockdowns könnten Polizeikräfte möglicherweise darauf verzichtet haben, einen Täter oder eine Täterin aus der Wohnung zu verweisen, wenn sich dieser oder diese in Quarantäne befand, weil es unklar war, wie in solchen Fällen zu verfahren ist.
Gesundheitssektor
  • Die Aufmerksamkeit des medizinischen Personals konzentriert sich während der Pandemie hauptsächlich auf medizinische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie. Fälle von häuslicher Gewalt können so leichter übersehen werden. Bei Opfern häuslicher Gewalt besteht auch die Angst, in ein Krankenhaus zu gehen und sich dort mit Corona anzustecken. In einigen Fällen ist während eines Lockdowns der Zugang zu Krankenhäusern nur in schweren akuten Fällen möglich.
Sozialer Sektor
  • Weltweit fanden Schulschließungen in etwa 190 Ländern statt. Neben dem direkten Verlust von Bildung, erfolgte auch ein Verlust von sozialen Kontakten. Indikatoren und direkte Anzeichen für häusliche Gewalt haben damit ein hohes Risiko, übersehen zu werden.
  • Im sozialen Sektor können Termine mit Klienten und Klientinnen nicht mehr persönlich stattfinden. Viele Kontaktstellen müssen schließen und Termine werden abgesagt oder stark reduziert.
  • NGOs, Opferhilfe- und Beratungsdienste berichten von einer gestiegenen Nachfrage nach Beratung und/oder Unterstützung in vielen Teilen Deutschlands. Weitergehende Analysen sind nötig, um zu belastbaren Daten zu gelangen, welche Dienste stark nachgefragt sind und gestärkt werden müssen und welche Dienste weniger gefragt sind und evtl. der bestehenden Situation noch besser angepasst werden müssen.

Empfehlungen zur Bekämpfung und besseren Detektion von häuslicher Gewalt während der Pandemie

Die Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Frühjahr 2020 rückten auch das Thema der häuslichen Gewalt vermehrt in die öffentliche und polizeiliche Aufmerksamkeit.

Es wurde in den Medien, der Politik und von NGO´s berichtet, dass unter den Corona-Bedingungen vor allem Frauen und Kinder verstärkt Gewalt erfahren. Der Direktor der EU-Agentur für Grundrechte hat die Staaten aufgefordert, nicht nur Frauen während der Pandemie zu schützen, sondern „ihre Maßnahmen zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen in Zukunft zu verstärken“. Auch das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) hat Forderungen an die EU und ihre Mitgliedstaaten unterstützt, die Coronavirus-Pandemie als Gelegenheit zu nutzen, ihre Bemühungen zum Schutz der Frauenrechte zu verstärken (Quelle: https://eige.europa.eu/printpdf/news/eu-rights-and-equality-agency-heads-lets-step-our-efforts-end-domestic-violence).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die UN-Frauen haben die Bedeutung der Datenerhebung während der COVID-19-Pandemie unterstrichen, die ein entscheidendes Instrument ist, um nachteilige Auswirkungen auf gewaltbetroffene Frauen und Mädchen abzuschwächen und Präventionsstrategien für künftige Krisen zu entwickeln (Quelle: https://www.unwomen.de/aktuelles/corona-eine-krise-der-frauen.html; https://www.unwomen.de/fileadmin/user_upload/Corona/gender-equality-in-the-wake-of-covid-19-en.pdf). Für die Zukunft ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Forschung sofortige und längerfristige politische und praktische Antworten liefert.

Folgende Empfehlungen wurden formuliert:

  • Strafverfolgungsbehörden müssen sicherstellen, dass Vorfälle häuslicher Gewalt hohe Priorität erhalten, und, dass die im Zusammenhang mit COVID-19 auftretenden Gewaltmanifestationen bekämpft werden.
  • Der Gesundheitssektor muss Opfern häuslicher Gewalt stets den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit gewährleisten.
  • Unterstützungsdienste des sozialen Sektors sollten verstärkt Online-Krisenunterstützungsdienste wie Hotlines und Chats anbieten. Notfallbetreuungen/Tagesbetreuungen sollten auf alle Familien ausgeweitet werden – nicht nur auf Elternteile, die in systemrelevanten Berufen tätig sind.

Die deutsche Bundesregierung hat eine Strategie zur Bekämpfung häuslicher Gewalt veröffentlicht, die vier Maßnahmen umfasst (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles?query=Hilfetelefon):

  • Hotline-Dienst rund um die Uhr in 18 Sprachen;
  • Eine neu gestartete Initiative, um die Sensibilität und Bereitschaft der Öffentlichkeit zu erhöhen, auf häusliche Gewalt zu reagieren bzw. einzugreifen, wenn häusliche Gewalt auftritt. Opfer sollen ermutigt werden, Unterstützung anzufragen. Zusätzlich soll die Sichtbarkeit der verfügbaren Angebote (Opferhilfe und -unterstützung) erhöht werden.
  • Runder Tisch zur Eindämmung von Gewalt gegen Frauen, um finanzielle Unterstützung und Opferhilfe vor Ort miteinander zu verbinden, da es Lücken und große regionale Unterschiede gibt.
  • Ein mit 30 Mio. € p.a. dotiertes Förderprogramm “Gemeinsam gegen häusliche Gewalt”, das in den Ausbau von Opfer-Beratungs- und Schutzeinrichtungen in Deutschland investiert.

Eine umfassende Übersicht zu den politischen Maßnahmen, die weltweit ergriffen werden, bietet der Covid-19 Global Gender Response Tracker, der zusammen von UN Women und UNDP ins Leben gerufen wurde.


Was können Gewaltopfer während einer Pandemie selbst tun?
  • Wenn sich Gewaltopfer nicht an die Polizei oder Hilfseinrichtungen wenden wollen, weil sie den staatlichen Institutionen nicht vertrauen oder bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, kann mit Hilfetelefonen oder -chats der erste Schritt aus der Gewaltsituation getan werden, falls das gefahrlos zu Hause möglich ist. Weitere Hilfe wird dann möglich.
  • Es ist wichtig, dass Opfern immer wieder bewusst gemacht wird, dass die Schuld nie bei ihnen liegt und dass das, was gerade passiert, Unrecht ist. Eine klare Stellungnahme und Verurteilung der Gewalt in den Medien – gerade zu Pandemiezeiten helfen, dass die Betroffenen sich weitere Unterstützung suchen.
  • Die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen nach einer Trennung kann es Gewaltopfern erschweren, einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden: Einige Opfer sind von dem Partner oder der Partnerin finanziell abhängig, beispielsweise, weil sie aufgrund der Pflege von Familienmitgliedern und der Kinderbetreuung nicht mehr in vollem Umfang einer bezahlten Arbeit nachgehen können oder weil sie im Zuge der COVID-19 Pandemie entlassen wurden. In Deutschland haben wir glücklicherweise ein funktionierendes Hilfesystem für die Abmilderung finanzieller Härte die Opfer häuslicher Gewalt nach einer Trennung trifft. Das ist in anderen Ländern nicht der Fall.
  • Schriftliche Informationen über Gewalt in Paarbeziehungen und häusliche Gewalt sollten im öffentliche Raum in Form von Plakaten und Broschüren oder Faltblättern verfügbar sein, die in privaten Bereichen wie Waschräumen zur Verfügung gestellt werden (mit entsprechenden Warnungen, sie nicht mit nach Hause zu nehmen, wenn sich dort der Täter oder die Täterin aufhält). Das Anbieten eines QR-Codes, der zu einer Website mit weiteren Informationen führt, kann hier Abhilfe leisten. Die Plakate, Broschüren oder Faltblätter sollten sich an weibliche und männliche Opfer häuslicher Gewalt richten und keine Stereotypen bedienen. Die Benennung konkreter Ansprechpersonen vor Ort und die Breitstellung von Telefonnummern von Beratungsstellen oder Internetseiten, die (anonyme) Beratung anbieten, können einen Beitrag dazu leisten, dass sich Opfer häuslicher Gewalt Hilfe suchen.
  • Wer in Apotheken nach “Maske 19” fragt, bekommt keinen Mund-Nasen-Schutz, aber dennoch Hilfe. Dahinter verbirgt sich ein Codewort, das Gewaltopfer immer dann nutzen können, wenn sie häusliche Gewalt erfahren (Quelle: https://zonta-union.de/node/14563).

Hier finden Opfer Hilfe:

  • Bei akuter Bedrohung den Polizeinotruf 110 anrufen. Namen, Adresse, weitere Infos und gegebenenfalls Waffenbesitz des Täters oder der Täterin nennen und betonen, dass sofort Hilfe benötigt wird. Bis die Polizei kommt, sich selbst und etwaige Kinder in Sicherheit bringen, zum Beispiel bei Nachbarn und Nachbarinnen oder in Geschäften.
  • Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” (für Betroffene und das Umfeld): 08000/116016. Mehr Infos und Kontaktmöglichkeiten unter https://www.hilfetelefon.de
  • Hilfetelefon “Sexueller Missbrauch”: 0800/2255530

Was können Gewalttäter und Gewalttäterinnen tun, um ihr Verhalten zu verändern?
  • Auch während einer Pandemie gibt es für Täter und Täterinnen von Partnerschaftsgewalt Hilfe in Form von Online-Beratungs-, Therapie- und Trainingsprogrammen. Die bundesweite kostenfreie und anonyme Hotline 0800/7022240 etwa bietet telefonische therapeutische Hilfestellungen für Männer an, die befürchten, gewalttätig zu werden. Weitere Adressen und Infos finden sich zum Beispiel unter www.maennerberatungsnetz.de
  • Das Bundesforum Männer hat ein Survival Kit für Männer unter Druck ins Netz gestellt: eine Unterstützung für Männer, Stressmomente in der Corona-Krise zu bewältigen.

Hier finden Täter Hilfe:

  • Hilfetelefon für Täter (für Täter und das Umfeld): Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt: www.bag-taeterarbeit.de, Telefon 0162/1398443


Fallstudie: Gewalt gegen Ältere

Winnie, 69 Jahre alt, lebt allein in einer kleinen Stadt auf dem Land. Sie ist seit einigen Jahren eine Patientin von Ihnen. Sie hat schwere Arthritis und benötigt immer mehr Hilfe bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Selbst mit regelmäßigen Besuchen von Sozialdiensten kommt sie nur schwer zurecht, aber sie besteht darauf, dass sie nicht ins Altersheim gehen will.

Schließlich zieht sie zu ihrer Tochter und ihrem Mann und deren kleinen Söhnen. Die Nachbarn fangen an, sich über den Lärm zu beschweren. Seit Winnie eingezogen ist, gibt es nicht mehr viel Platz im Haus, und die Kinder streiten sich öfter, schreien und spielen mehr draußen. Winnie’s Tochter erhält keinerlei Hilfe von ihren anderen Schwestern und es wird von ihr erwartet, dass sie das vermehrte Waschen, Kochen und andere Pflichten klaglos bewältigt.

Wenn Sie Hausbesuche bei Winnie machen, stellen Sie fest, dass sie Flecken und Prellungen an ihren Armen und am Oberkörper hat. Diese werden von ihrer Tochter so erklärt, dass Winnie immer ungeschickter wird und sich ständig irgendwo anstößt, außerdem nimmt Winnie Blutverdünner. Winnie schüttelt nur den Kopf und sagt nichts, auch wenn Sie unter vier Augen mit ihr sprechen und fragen ob alles in Ordnung sei. Sie machen sich Sorgen, wollen aber niemanden durch falsche Anschuldigungen verärgern.

Adaptiert nach einer Fallstudie aus RACGP (2014): Abuse and Violence: Working with our patients in general practice

Aufgaben

Besprechen Sie bitte die Fallstudie:
a) Was würden Sie als Arzt oder Ärztin in dieser Situation tun?
b) Welches sind die Hauptrisikofaktoren, die darauf hinweisen könnten, dass Winnie unter häuslicher Gewalt leidet?

Die Antworten auf diese Aufgaben sind in den entsprechenden Abschnitten dieses Moduls zu finden.

Hausärzte und Hausärztinnen müssen sich bewusst sein, dass es bei auch Älteren zu häuslicher Gewalt kommen kann.

Was könnte man tun?

Sie können den häuslichen Pflegedienst, eine Haushaltshilfe, ein Tageszentrum, Unterstützungsgruppen für pflegende Angehörige oder andere lokale Dienste einbeziehen, um den Druck auf diese Familie zu verringern.

Was im Fall Winnie gemacht wurde:

Winnie bleibt weiterhin im Haus ihrer Tochter mit einigen zusätzlichen Hilfen – wie z.B. einer Toilettenerhöhung und einer Entlastungspflege wohnen; dies ermöglicht ihrer Tochter Zeit außer Haus zu verbringen; Winnie besucht einmal pro Woche die Tagesstätte.

Es ist unklar, ob dies die Situation entschärfen wird, deshalb ist es wichtig, Winnie mit wöchentlichen Hausbesuchen genau zu beobachten.

Weitere Informationen zum Thema Gewalt gegen Ältere finden sie in einem Factsheet hier: https://mwiaviolencemanual.com/elder_abuse/


Risikobewertung

Dem Patienten bzw. der Patientin sollte dabei geholfen werden, seine bzw. ihre unmittelbare und zukünftige Sicherheit sowie die seiner bzw. ihrer Kinder zu beurteilen. Die Risikobeurteilung nach bewährten Verfahren umfasst:

  • das Sammeln relevanter Fakten über die häusliche Situation
  • das Erfragen der Risikowahrnehmung des Opfers
  • ein professionelles Urteil über aktuelle Risikofaktoren.

Möglicherweise muss der Patient bzw. die Patientin an einen spezialisierten Dienst für häusliche Gewalt überwiesen werden. Der stärkste Indikator für zukünftige Risiken / Gewalt ist das aktuelle und vergangene Verhalten des Täters bzw. der Täterin. Dem Patienten bzw. der Patientin kann auch geraten werden, zur Polizei zu gehen, um einen noch höheren Schutz zu gewährleisten. Da dies jedoch immer mit einer Anzeige dem Täter oder der Täterin gegenüber einhergeht und dem Opfer sehr viel abverlangt wird, sich noch einem weiteren Personenkreis zu offenbaren, ist dieser Ratschlag sehr gut abzuwägen!

Es ist wichtig, dass das Opfer in ein Gespräch über seine oder ihre Risikowahrnehmung und sein oder ihr Sicherheitsmanagement in der Vergangenheit einbezogen wird. Alle Pläne, die gemacht wurden, müssen zur späteren Bezugnahme dokumentiert werden! Kopien sollten den Opfern, wenn möglich, mitgegeben werden. Gleichzeitig sind sie darauf hinzuweisen, dass das Risiko damit einhergeht, dass der Täter/die Täterin das Dokument finden könnte, und die Gewalt eskaliert.

Manche Opfer wissen, wann sie in unmittelbarer Gefahr sind und haben Angst, nach Hause zu gehen. Wenn sie um ihre Sicherheit besorgt sind, sollte man sie ernst nehmen und direkt gemeinsam erste Schritte einleiten.

Andere Opfer benötigen möglicherweise Hilfe, um über ihr unmittelbares Risiko nachzudenken. Es gibt spezifische Fragen, die man stellen kann, um herauszufinden, ob es für sie sicher ist, in ihr Zuhause zurückzukehren. Es ist wichtig, herauszufinden, ob ein unmittelbares und wahrscheinliches Risiko einer schweren Verletzung oder einer Tötung besteht.

Für eine erste Risikobewertung muss mindestens dies getan werden:

Mit dem Opfer in einem privaten Rahmen sprechen und Folgendes prüfen:

  • Fühlt sich der Patient bzw. die Patientin nach dem Termin sicher zu Hause?
  • Sind seine oder ihre Kinder sicher?
  • Benötigt er oder sie einen unmittelbaren, sicheren Ort?
  • Muss er oder sie bei den nächsten Schritten zu seiner oder ihrer Sicherheit unterstützt werden?
  • Muss er oder sie einen alternativen Ausgang aus dem aktuellen Gebäude in Betracht ziehen?

Wenn die unmittelbare Sicherheit kein Thema ist, muss die zukünftige Sicherheit des Patienten bzw. der Patientin überprüft werden:

  • Hat der Täter bzw. die Täterin schon einmal körperliche Verletzungen verursacht (z.B. durch Schläge)?
  • Hat sich das Verhalten des Täters bzw. der Täterin in letzter Zeit verändert oder ist es eskaliert?
  • Hat der Täter bzw. die Täterin Zugang zu Waffen oder anderen Gegenständen, um schwere körperliche Verletzungen zu verursachen?
  • Benötigt der Patient bzw. die Patientin Unterstützung bei der Überweisung an die Polizei oder einen Rechtsdienst?
  • Hat der Patient bzw. die Patientin Telefonnummern für Notfälle?
  • Braucht der Patient bzw. die Patientin eine Überweisung an einen Dienst für häusliche Gewalt, um einen Notfallplan zu erstellen?
  • Wohin würde der Patient bzw. die Patientin gehen, wenn er oder sie die gemeinsame Wohnung verlassen müsste?
  • Wie würde der Patient bzw. die Patientin dorthin gelangen?
  • Was würde der Patient bzw. die Patientin mitnehmen?
  • An wen könnte sich der Patient bzw. die Patientin für Unterstützung wenden?

Die international am häufigsten eingesetzten Instrumente zur Risikobewertung sind unter Risikobewertungsinstrumente zu finden.


Kommunikation mit Opfern über Sicherheitsmaßnahmen und Risikoeinschätzung

Fragen zur Einschätzung der unmittelbaren Gefahr von Gewalt

  • „Ist die physische Gewalt in den letzten 6 Monaten häufiger vorgekommen oder hat sie sich verschlimmert?“
  • „Hat er/sie jemals eine Waffe benutzt oder Sie mit einer Waffe bedroht?“
  • „Hat er/sie jemals versucht, Sie zu erwürgen?“
  • „Glauben Sie, er/sie könnte Sie töten?“
  • „Hat er/sie Sie jemals geschlagen, als Sie schwanger waren?“
  • „Ist er/sie gewalttätig und ständig eifersüchtig auf Sie?“

Opfer, die auf mindestens 3 der folgenden Fragen mit „Ja“ antworten, sind möglicherweise einem besonders hohen unmittelbaren Gewaltrisiko ausgesetzt.

Wenn es für das Opfer nicht sicher ist, nach Hause zurückzukehren, stellt man eine sichere Unterbringung sicher oder arbeitet mit dem Opfer zusammen, um einen sicheren Ort zu finden, an den es gehen kann (z.B. das Haus eines Freundes).


Erstellung eines Sicherheitsplans

Auch Opfer, die nicht unmittelbar einer ernsten, lebensbedrohlichen Gefahr ausgesetzt sind, profitieren von einem Sicherheitsplan. Wenn sie einen Plan haben, können sie besser mit der Situation umgehen, wenn es erneut zu Gewalt kommt. Die folgenden Elemente sind Teil eines Sicherheitsplans und Fragen, die man ihnen stellen kann, um ihnen bei der Erstellung eines Plans zu helfen.

Beispiel: Sicherheitsplan

Sicherer Ort

„Wenn Sie Ihr Haus in Eile verlassen müssen, wohin könnten Sie gehen?“

Planung für Kinder

„Würden Sie allein gehen oder Ihre Kinder mitnehmen?“

Verkehrsmittel

„Wie werden Sie dorthin gelangen?“

Mitzunehmende Gegenstände

„Müssen Sie irgendwelche Dokumente, Schlüssel, Geld, Kleidung oder andere Dinge mitnehmen, wenn Sie gehen? Was ist unentbehrlich?“

Finanzielles

„Haben Sie Zugang zu Geld, wenn Sie gehen müssen? Wo wird es aufbewahrt? Können Sie im Notfall darauf zugreifen?“

Unterstützung durch eine nahestehenden Person

„Gibt es einen Nachbarn, dem Sie von der Gewalt erzählen können, der die Polizei rufen oder Ihnen Hilfe holen kann, wenn er Geräusche von Gewalt aus Ihrem Haus hört?“

Die Bedürfnisse der Opfer gehen im Allgemeinen über das hinaus, was man in der Klinik oder in einer Praxis anbieten kann. Man kann helfen, indem man die Bedürfnisse des Opfers mit ihm bzw. ihr bespricht, ihm bzw. ihr von anderen Hilfsangeboten erzählt und ihm bzw. ihr hilft, Hilfe zu bekommen, wenn er bzw. sie Hilfe wünscht. In der Regel wird es nicht möglich sein, alle Anliegen beim ersten Treffen zu behandeln. Man sollte sie wissen lassen, dass man für ein weiteres Treffen zur Verfügung steht, um über andere Themen zu sprechen.

Im Gegensatz zu den fast 400 Frauenhäusern in Deutschland stehen ähnliche Einrichtungen für Männer, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind, nur vereinzelt zur Verfügung. In einigen deutschen Städten wurden in den letzten Jahren Schutzwohnungen eröffnet. In ihnen finden Männer bis zu sechs Monate lang Zuflucht, wenn sie zu Hause Übergriffen ihres Partners bzw. ihrer Partnerin ausgesetzt sind oder wenn sie gestalkt werden. In den Wohnungen ist auch Platz für minderjährige Kinder.

Männer-Wohn-Hilfe e.V.

Riposo – Wohnung für von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Männer

Es mag frustrierend erscheinen, wenn Opfer keine Schritte zu unternehmen bereit sind, um ihre Situation zu ändern. Die Entscheidung, etwas gegen die aktuelle Situation zu unternehmen, ist jedoch keine leichte für die Opfer. Man sollte stets ihre Wünsche und Entscheidungen respektieren.


Unmittelbares Risiko von Selbstmord und Selbstverletzung

Einige Menschen befürchten, dass die Frage nach Selbstmord das Opfer provozieren könnte ihn zu begehen. Im Gegenteil, das Reden über Selbstmord reduziert oft die Angst des Opfers vor Selbstmordgedanken und hilft ihm bzw. ihr, sich verstanden zu fühlen.

Wenn das Opfer:

  • aktuelle Gedanken oder Pläne, Selbstmord zu begehen oder sich selbst zu schaden, hat

oder

  • eine Vorgeschichte von Gedanken oder Plänen zur Selbstverletzung im vergangenen Monat oder eine Akte der Selbstverletzung im vergangenen Jahr vorhanden ist, und es sich jetzt extrem aufgewühlt, gewalttätig, verzweifelt oder unkommunikativ zeigt, dann besteht eine unmittelbare Gefahr der Selbstverletzung oder des Selbstmords, und es sollte nicht allein gelassen werden.

Das Opfer sollte unverzüglich in eine psychiatrische Klinik überwiesen werden. Sollte der Patient bzw. die Patientin sich weigern, alleine dort hinzugehen, sollte man ihn bzw. sie begleiten oder eine Begleitperson kontaktieren. Wenn der Patient bzw. die Patientin wegläuft oder sich zur vereinbarten Ankunftszeit in der Klinik nicht meldet, schaltet man die Feuerwehr ein. Das Brechen der Schweigepflicht ist in diesem Fall rechtlich kein Problem. Man ist im Gegenteil sogar dazu verpflichtet, eine akute Selbstgefährdung zu melden.




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IMPRODOVA Checkliste und ein Szenarien-basiertes Lernmodul zur Risikobeurteilung bei häuslicher Gewalt

Im Rahmen eines Teilprojektes des EU-Projektes IMPRODOVA wurde von den Partnern ein Szenarien-basiertes Lernmodul, sowie eine Checkliste zur Risikobeurteilung bei häuslicher Gewalt entwickelt (D 3.3).

Das Szenarien-basierte Lernmodul zur Risikoeinschätzung häuslicher Gewalt ermöglicht es, online mehr über die verschiedenen Verfahren der Risikoeinschätzung im Fall von Nora zu erfahren, um ein besseres Verständnis der beteiligten Prozesse zu erlangen. Das Modul kann auch heruntergeladen werden, um es zum Beispiel in einem Workshop zu verwenden.

Klicken Sie hier, wenn Sie das Modul online abrufen wollen:

Klicken Sie hier, wenn Sie die Powerpoint-Präsentation herunterladen möchten:

Die Checkliste stellt – in Kurzform- alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung, wenn man sie benötigt; Diese kann man hier herunterladen und ausdrucken.