Modul 5: Risikobewertung und Verbesserung der Sicherheit

COVID-19 Pandemie in Deutschland
Aspekte eines optimalen Verfahrens zur Risikobewertung
Risikobewertung speziell für die Polizei
Sicherheit und Schutz am Ende des Prozesses
Kommunikation mit Opfern über Sicherheitsmaßnahmen und Risikoeinschätzung
Erstellung eines Sicherheitsplans
IMPRODOVA Checkliste und ein Szenarien-basiertes Lernmodul zur Risikobeurteilung bei häuslicher Gewalt

Einführung ins Thema

Viele Opfer, die Gewalt erlitten haben oder erleiden, haben Angst um ihre Sicherheit. Andere Opfer denken vielleicht nicht, dass sie einen Sicherheitsplan brauchen, weil sie nicht erwarten, dass die Gewalt sich wiederholt oder eskaliert. Man sollte erklären, dass Täter/innen häuslicher Gewalt in den meisten Fällen nicht von selbst aufhören: häufig setzt sich die Gewalt fort und kann mit der Zeit schlimmer werden und häufiger auftreten.
Die Beurteilung und Planung der Sicherheit ist ein fortlaufender Prozess – es ist nicht nur ein einmaliges Gespräch. Man kann helfen, indem man die besonderen Bedürfnisse und die Situation der Opfer mit ihnen bespricht und jedes Mal, wenn man sie sieht, ihre Optionen und Ressourcen erkundet, wenn sich ihre Situation ändert. Es ist immer wichtig anzusprechen, ob es sicher ist, nach Hause zurückzukehren.

Lernziele

In diesem Modul wird vorgestellt, was bei der Risikobewertung von Opfern von häuslicher Gewalt beachtet werden muss und welche Schritte notwendig sind, um die Sicherheit der Opfer zu verbessern.


IMPRODOVA: Häusliche Gewalt zu Katastrophenzeiten


COVID-19 Pandemie in Deutschland

Im März 2020 wurden in den 16 Bundesländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten lokale Lockdowns wegen der Risiken der Covid-19-Pandemie von den Behörden angeordnet. Die Durchsetzung der Quarantänevorschriften war hierbei unterschiedlich geregelt. Im April kam jedoch fast ganz Deutschland zum Stillstand: Home-Office und Online-Unterricht wurden eingeführt. In der Mehrzahl der Bundesländer wurden der reguläre Schulbesuch und die Kinderbetreuung nicht vor Ende der Sommerferien wieder aufgenommen. Im September begannen die Infektionsraten, wie in fast allen europäischen Ländern, wieder stetig zu steigen. Dies führte im November zur Wiedereinführung von lokalen Lockdowns im ganzen Land. Ein wesentlicher Unterschied zum ersten Lockdown bestand darin, dass diesmal Kinderbetreuung und Schulen bisher offenblieben.

Häusliche Gewalt in Zeiten der Pandemie

Quarantäne, Ausgangsbeschränkungen, geschlossene Schulen, Homeoffice, Kurzarbeit, finanzielle Sorgen und Zukunftsängste – all diese Faktoren haben das Potential erhöhten partnerschaftlichen und familiären Stress hervorzurufen. Es wird daher vermutet, dass es zu einem deutlichen Anstieg von Gewalttaten zu Hause kam und weiterhin noch kommen würde. Zum Höhepunkt der Lockerungen im Juni 2020 verzeichnete etwa die Berliner Gewaltschutzambulanz einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Vorjahr, die Zahl der registrierten Kindesmisshandlungen stieg im ersten Halbjahr 2020 fast um ein Viertel an (Quelle: https://www.t-online.de/gesundheit/id_88776802/haeusliche-gewalt-hier-finden-opfer-und-taeter-hilfe.html).


Risikofaktoren

  • Gesundheitliche und psychische Probleme können sich während des Lockdowns verstärken, da gesundheitsrelevante Serviceleistungen nur eingeschränkt zugänglich sind. Dies kann sich wiederum negativ auf den Gesundheitszustand Einzelner auswirken, ihr Stressniveau erhöhen und eine Zunahme gewalttätiger Übergriffe begünstigen.
  • Mit der wirtschaftlichen Unsicherheit oder Arbeitslosigkeit gehen finanzielle Sorgen einher, die destruktive Bewältigungsmechanismen verstärken können.
  • Gewalt hat immer auch mit Machtanspruch zu tun. In Zeiten von Krise und Isolation und damit verbundener gefühlter Hilflosigkeit, Kontrollverlust und Machtlosigkeit ist Gewalt vermeintlich ein Mittel, um Kontrolle und Macht zurückzugewinnen.
  • Sprachbarrieren, Schließungen von Anlaufstellen oder der Fakt das Sozialarbeitende aufgrund der Schutzmaßnahmen nur noch eingeschränkt vor Ort präsent sind, können den Zugang zu Unterstützungsangeboten deutlich erschweren.
  • Opfer könnten zudem zögern Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen, aus Angst davor, sich mit Covid-19 anzustecken.
  • Die soziale Distanzierung kann die sozialen Kontakte Einzelner so stark einschränken, dass sich die Opfer, ohne die Nähe und Ermutigung von Bezugspersonen, nicht trauen, sich Hilfe zu suchen. Ebenso werden Bezugspersonen, Bekannte oder Außenstehende wie Arbeitgebende oder pädagogische Fachkräfte nicht auf das Problem aufmerksam und können nicht als Unterstützende agieren. Andererseits sind Nachbarn und Nachbarinnen wachsamer und präsenter und aufgrund der Ausgangsbeschränkungen als protektiver Faktor zu berücksichtigen.

Hell- und Dunkelfeld

Fast alle zuständigen Stellen weisen darauf hin, dass gerade bei häuslicher Gewalt Anzeigen bei der Polizei oft mit zeitlicher Verzögerung eingehen, und dass Vorfälle stattdessen öfter von Bezugspersonen gemeldet werden (Quelle: Angaben der Ministerien und Polizeidienststellen in den Bundesländern; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88788090/corona-und-haeusliche-gewalt-so-gross-ist-das-problem-in-ihrem-bundesland.html). Die Corona-bedingten Einschränkungen haben genau das aber oft schwierig gemacht, weil diese sozialen Kontakte fehlten. Deshalb könnten womöglich noch mehr Fälle als sonst unerkannt geblieben sein. Viele Stellen gehen folglich von einer hohen Dunkelziffer aus, die schon in normalen Zeiten zwei Drittel beträgt.

Diese Logik bieten einen Erklärungsansatz dafür, warum es neben einer Zunahme von gemeldeten Fällen häuslicher Gewalt in manchen Gegenden zu einem Rückgang der Zahlen kam. Dies könnte dadurch erklärt werden, dass der Täter oder die Täterin immer zu Hause anwesend waren, sodass das Opfer keine Möglichkeit hatte, Hilfe zu rufen und/oder eine Straftat anzuzeigen, ohne eine Eskalation zu riskieren.

Einblicke in die Erfahrungen von Opfern und in die Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen während der Zeit des Lockdowns liefert eine repräsentative Umfrage von Steinert und Ebert (https://toolbox-opferschutz.at/sites/toolbox-opferschutz.at/files/inline-files/Studie_COVID.pdf).

Dass es derzeit noch kein gesichertes Gesamtbild in Bezug auf die Zu- oder Abnahme von häuslicher Gewalt für Deutschland gibt, liegt an den unterschiedlichen Daten, die die Bundesländer bislang zur Verfügung gestellt haben. Einige machen Angaben zur Zahl der Opfer häuslicher Gewalt, andere zum Aufkommen entsprechender Fälle. Ein belastbares Gesamtbild für Deutschland zur häuslichen Gewalt wird es laut Bundesfamilienministerium erst Ende des Jahres 2020 geben. Belastbare Daten liefert dann die Jahresauswertung der polizeilichen Kriminalstatistik (Quellen: Angaben der Ministerien und Polizeidienststellen in den Bundesländern; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_88788090/corona-und-haeusliche-gewalt-so-gross-ist-das-problem-in-ihrem-bundesland.html;https://www.tagesschau.de/inland/haeusliche-gewalt-corona-101.html).


Häusliche Gewalt in Zeit der COVID-19 Pandemie in den EU-Ländern

In Zeiten der COVID-19 Pandemie wurde auch in den EU-Ländern verstärkt über häusliche Gewalt berichtet. Jedes einzelne Land hat Maßnahmen ergriffen, um Opfer häuslicher Gewalt auch während der Pandemie zu unterstützen und vor weiterer Gewalt zu schützen.

Nationale Aktionspläne

Irland, Spanien und Litauen zählen zu den EU-Ländern, die einen nationalen Aktionsplan gegen häusliche Gewalt während der Pandemie eingeführt haben. Während Spanien und Litauen die Koordination zwischen ihren Gesundheits-, Polizei- und Justizdiensten verstärkt haben, ist Irland noch einen Schritt weiter gegangen und hat 160.000 Euro für die Unterstützung von Notunterkünften und Hotlines für die Opfer häuslicher Gewalt aufgebracht. Irische Gerichte haben Fällen häuslicher Gewalt Priorität eingeräumt und die Zahl der Anhörungen aus der Ferne ausgeweitet. Die Polizei überprüfte zudem Frauen, die bereits in der Vergangenheit Gewalt erlebt haben.

Gesetzgebung

Mehrere EU-Länder haben ihre Gesetzgebung angepasst, um Notunterkünfte und Hotlines jederzeit zugänglich zu machen. In Lettland, Estland, der Slowakei und Frankreich sind die Regierungen nun gesetzlich verpflichtet, Frauen, die zu Hause Gewalt ausgesetzt sind, alternative Unterkünfte zur Verfügung zu stellen. Estnische Gerichte sind befugt, einstweilige Verfügungen gegen gewalttätige Partner und Partnerinnen zu erlassen, um das Opfer vor Obdachlosigkeit zu schützen und den Täter oder die Täterin zur Rechenschaft zu ziehen.

Sensibilisierungskampagnen

Fast jedes EU-Land führte Sensibilisierungskampagnen durch, um Opfer häuslicher Gewalt über verfügbare Hilfen zu informieren. In Griechenland, Finnland und Portugal richteten sich diese beispielsweise speziell an Geflüchtete und Personen mit Migrationshintergrund, während sich andere Länder an Frauen aus Roma-Gemeinschaften, LGBTIQ+-Frauen oder Hörgeschädigte wandten. Aufklärungskampagnen können außerdem Zeugen und Zeuginnen häuslicher Gewalt dazu ermutigen, Opfer zu unterstützen, indem sie klare Anleitungen zu Hilfsangeboten bieten.

Wackelige Unterstützungssysteme

Die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, dass die Unterstützungssysteme für Opfer häuslicher Gewalt in den meisten EU-Ländern auf wackeligen Beinen stehen. Die Mitarbeitenden von Notunterkünften und Beratungsstellen waren mit der gestiegenen Nachfrage und dem erhöhten Leiden der Opfer überfordert. Sie fühlten sich nicht auf die Situation vorbereitet, aus der Ferne Unterstützung zu leisten und den Opfern nicht mehr von Angesicht zu Angesicht helfen zu können. Gleichzeitig mussten sie selbst ihre Arbeit an die neue Situation (z.B. Home Office, Kontakte reduzieren, Kinder betreuen) anpassen. In Deutschland war deshalb beispielsweise das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ nicht durchweg besetzt.

Quellen:

https://preview.mailerlite.com/b1s0i7/1557821091609579573/e3j4/

https://www.hilfetelefon.de/


Spezielle Rolle von Polizei, Gesundheitssektor und sozialem Sektor während der COVID-19 Pandemie

Polizei
  • Die Aufmerksamkeit der Polizei liegt in Zeiten des Lockdowns und der Pandemie auf der Einhaltung und Kontrolle staatlich angeordneter Maßnahmen.
  • Insbesondere zu Beginn des Lockdowns könnten Polizeikräfte möglicherweise darauf verzichtet haben, einen Täter oder eine Täterin aus der Wohnung zu verweisen, wenn sich dieser oder diese in Quarantäne befand, weil es unklar war, wie in solchen Fällen zu verfahren ist.
Gesundheitssektor
  • Die Aufmerksamkeit des medizinischen Personals konzentriert sich während der Pandemie hauptsächlich auf medizinische Maßnahmen im Zusammenhang mit der Pandemie. Fälle von häuslicher Gewalt können so leichter übersehen werden. Bei Opfern häuslicher Gewalt besteht auch die Angst, in ein Krankenhaus zu gehen und sich dort mit Corona anzustecken. In einigen Fällen ist während eines Lockdowns der Zugang zu Krankenhäusern nur in schweren akuten Fällen möglich.
Sozialer Sektor
  • Weltweit fanden Schulschließungen in etwa 190 Ländern statt. Neben dem direkten Verlust von Bildung, erfolgte auch ein Verlust von sozialen Kontakten. Indikatoren und direkte Anzeichen für häusliche Gewalt haben damit ein hohes Risiko, übersehen zu werden.
  • Im sozialen Sektor können Termine mit Klienten und Klientinnen nicht mehr persönlich stattfinden. Viele Kontaktstellen müssen schließen und Termine werden abgesagt oder stark reduziert.
  • NGOs, Opferhilfe- und Beratungsdienste berichten von einer gestiegenen Nachfrage nach Beratung und/oder Unterstützung in vielen Teilen Deutschlands. Weitergehende Analysen sind nötig, um zu belastbaren Daten zu gelangen, welche Dienste stark nachgefragt sind und gestärkt werden müssen und welche Dienste weniger gefragt sind und evtl. der bestehenden Situation noch besser angepasst werden müssen.

Empfehlungen zur Bekämpfung und besseren Detektion von häuslicher Gewalt während der Pandemie

Die Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus im Frühjahr 2020 rückten auch das Thema der häuslichen Gewalt vermehrt in die öffentliche und polizeiliche Aufmerksamkeit.

Es wurde in den Medien, der Politik und von NGO´s berichtet, dass unter den Corona-Bedingungen vor allem Frauen und Kinder verstärkt Gewalt erfahren. Der Direktor der EU-Agentur für Grundrechte hat die Staaten aufgefordert, nicht nur Frauen während der Pandemie zu schützen, sondern „ihre Maßnahmen zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen in Zukunft zu verstärken“. Auch das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) hat Forderungen an die EU und ihre Mitgliedstaaten unterstützt, die Coronavirus-Pandemie als Gelegenheit zu nutzen, ihre Bemühungen zum Schutz der Frauenrechte zu verstärken (Quelle: https://eige.europa.eu/printpdf/news/eu-rights-and-equality-agency-heads-lets-step-our-efforts-end-domestic-violence).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die UN-Frauen haben die Bedeutung der Datenerhebung während der COVID-19-Pandemie unterstrichen, die ein entscheidendes Instrument ist, um nachteilige Auswirkungen auf gewaltbetroffene Frauen und Mädchen abzuschwächen und Präventionsstrategien für künftige Krisen zu entwickeln (Quelle: https://www.unwomen.de/aktuelles/corona-eine-krise-der-frauen.html; https://www.unwomen.de/fileadmin/user_upload/Corona/gender-equality-in-the-wake-of-covid-19-en.pdf). Für die Zukunft ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Forschung sofortige und längerfristige politische und praktische Antworten liefert.

Folgende Empfehlungen wurden formuliert:

  • Strafverfolgungsbehörden müssen sicherstellen, dass Vorfälle häuslicher Gewalt hohe Priorität erhalten, und, dass die im Zusammenhang mit COVID-19 auftretenden Gewaltmanifestationen bekämpft werden.
  • Der Gesundheitssektor muss Opfern häuslicher Gewalt stets den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit gewährleisten.
  • Unterstützungsdienste des sozialen Sektors sollten verstärkt Online-Krisenunterstützungsdienste wie Hotlines und Chats anbieten. Notfallbetreuungen/Tagesbetreuungen sollten auf alle Familien ausgeweitet werden – nicht nur auf Elternteile, die in systemrelevanten Berufen tätig sind.

Die deutsche Bundesregierung hat eine Strategie zur Bekämpfung häuslicher Gewalt veröffentlicht, die vier Maßnahmen umfasst (https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles?query=Hilfetelefon):

  • Hotline-Dienst rund um die Uhr in 18 Sprachen;
  • Eine neu gestartete Initiative, um die Sensibilität und Bereitschaft der Öffentlichkeit zu erhöhen, auf häusliche Gewalt zu reagieren bzw. einzugreifen, wenn häusliche Gewalt auftritt. Opfer sollen ermutigt werden, Unterstützung anzufragen. Zusätzlich soll die Sichtbarkeit der verfügbaren Angebote (Opferhilfe und -unterstützung) erhöht werden.
  • Runder Tisch zur Eindämmung von Gewalt gegen Frauen, um finanzielle Unterstützung und Opferhilfe vor Ort miteinander zu verbinden, da es Lücken und große regionale Unterschiede gibt.
  • Ein mit 30 Mio. € p.a. dotiertes Förderprogramm “Gemeinsam gegen häusliche Gewalt”, das in den Ausbau von Opfer-Beratungs- und Schutzeinrichtungen in Deutschland investiert.

Eine umfassende Übersicht zu den politischen Maßnahmen, die weltweit ergriffen werden, bietet der Covid-19 Global Gender Response Tracker, der zusammen von UN Women und UNDP ins Leben gerufen wurde.


Was können Gewaltopfer während einer Pandemie selbst tun?
  • Wenn sich Gewaltopfer nicht an die Polizei oder Hilfseinrichtungen wenden wollen, weil sie den staatlichen Institutionen nicht vertrauen oder bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben, kann mit Hilfetelefonen oder -chats der erste Schritt aus der Gewaltsituation getan werden, falls das gefahrlos zu Hause möglich ist. Weitere Hilfe wird dann möglich.
  • Es ist wichtig, dass Opfern immer wieder bewusst gemacht wird, dass die Schuld nie bei ihnen liegt und dass das, was gerade passiert, Unrecht ist. Eine klare Stellungnahme und Verurteilung der Gewalt in den Medien – gerade zu Pandemiezeiten helfen, dass die Betroffenen sich weitere Unterstützung suchen.
  • Die Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen nach einer Trennung kann es Gewaltopfern erschweren, einen Ausweg aus ihrer Situation zu finden: Einige Opfer sind von dem Partner oder der Partnerin finanziell abhängig, beispielsweise, weil sie aufgrund der Pflege von Familienmitgliedern und der Kinderbetreuung nicht mehr in vollem Umfang einer bezahlten Arbeit nachgehen können oder weil sie im Zuge der COVID-19 Pandemie entlassen wurden. In Deutschland haben wir glücklicherweise ein funktionierendes Hilfesystem für die Abmilderung finanzieller Härte die Opfer häuslicher Gewalt nach einer Trennung trifft. Das ist in anderen Ländern nicht der Fall.
  • Schriftliche Informationen über Gewalt in Paarbeziehungen und häusliche Gewalt sollten im öffentliche Raum in Form von Plakaten und Broschüren oder Faltblättern verfügbar sein, die in privaten Bereichen wie Waschräumen zur Verfügung gestellt werden (mit entsprechenden Warnungen, sie nicht mit nach Hause zu nehmen, wenn sich dort der Täter oder die Täterin aufhält). Das Anbieten eines QR-Codes, der zu einer Website mit weiteren Informationen führt, kann hier Abhilfe leisten. Die Plakate, Broschüren oder Faltblätter sollten sich an weibliche und männliche Opfer häuslicher Gewalt richten und keine Stereotypen bedienen. Die Benennung konkreter Ansprechpersonen vor Ort und die Breitstellung von Telefonnummern von Beratungsstellen oder Internetseiten, die (anonyme) Beratung anbieten, können einen Beitrag dazu leisten, dass sich Opfer häuslicher Gewalt Hilfe suchen.
  • Wer in Apotheken nach “Maske 19” fragt, bekommt keinen Mund-Nasen-Schutz, aber dennoch Hilfe. Dahinter verbirgt sich ein Codewort, das Gewaltopfer immer dann nutzen können, wenn sie häusliche Gewalt erfahren (Quelle: https://zonta-union.de/node/14563).

Hier finden Opfer Hilfe:

  • Bei akuter Bedrohung den Polizeinotruf 110 anrufen. Namen, Adresse, weitere Infos und gegebenenfalls Waffenbesitz des Täters oder der Täterin nennen und betonen, dass sofort Hilfe benötigt wird. Bis die Polizei kommt, sich selbst und etwaige Kinder in Sicherheit bringen, zum Beispiel bei Nachbarn und Nachbarinnen oder in Geschäften.
  • Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” (für Betroffene und das Umfeld): 08000/116016. Mehr Infos und Kontaktmöglichkeiten unter https://www.hilfetelefon.de
  • Hilfetelefon “Sexueller Missbrauch”: 0800/2255530

Was können Gewalttäter und Gewalttäterinnen tun, um ihr Verhalten zu verändern?
  • Auch während einer Pandemie gibt es für Täter und Täterinnen von Partnerschaftsgewalt Hilfe in Form von Online-Beratungs-, Therapie- und Trainingsprogrammen. Die bundesweite kostenfreie und anonyme Hotline 0800/7022240 etwa bietet telefonische therapeutische Hilfestellungen für Männer an, die befürchten, gewalttätig zu werden. Weitere Adressen und Infos finden sich zum Beispiel unter www.maennerberatungsnetz.de
  • Das Bundesforum Männer hat ein Survival Kit für Männer unter Druck ins Netz gestellt: eine Unterstützung für Männer, Stressmomente in der Corona-Krise zu bewältigen.

Hier finden Täter Hilfe:

  • Hilfetelefon für Täter (für Täter und das Umfeld): Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt: www.bag-taeterarbeit.de, Telefon 0162/1398443


Aspekte eines optimalen Verfahrens zur Risikobewertung

Ein optimales Verfahren zur Risikobewertung wäre ein Werkzeug, das Praktikern an vorderster Front hilft, Fälle mit hohem Risiko zu identifizieren und damit die Möglichkeit bietet, Opfer an entsprechende Hilfsdienste zu verweisen. Ein Risikobewertungsinstrument sollte auch dafür sensibilisieren, dass bestimmte Verhaltensweisen Missbrauch darstellen und Missbrauch falsch ist.

Die Einschätzung des Risikos häuslicher Gewalt ist eine wichtige Aufgabe der Ersthelfer, da die Opfer vor weiteren extremen Gewalttaten oder tödlichen erneuten Straftaten bewahrt werden müssen. Es gibt mehrere Instrumente zur Einschätzung des Risikos häuslicher Gewalt. Alle diese Instrumente bauen auf empirisch abgeleiteten Risikofaktoren der Reviktimisierung von Opfern häuslicher Gewalt auf und bieten systematische Checklisten mit Items, die mit diesen Risikofaktoren zusammenhängen. Das Risiko wird berechnet, indem diese Punkte zusammengefasst werden.

Für die Anwendung einer Risikobeurteilung ist es wichtig, einen Überblick über alle Aspekte der Situation zu haben. Dazu gehören sowohl Informationen über den Täter, als auch über das Opfer und die Vorgeschichte der Gewalt. Daher ist eine multidisziplinäre und behördenübergreifende Risikobewertung ein wichtiger Aspekt einer „Best-Practice“-Risikobewertung. Es ist wichtig, die Angst des Opfers ernst zu nehmen, denn sie ist ein Indikator für ein erhöhtes Risiko.

Unabhängig davon, wie gut ein Risikobewertungsinstrument auch sein mag – seine Wirksamkeit wird davon abhängen, wie es eingesetzt wird und wie gut es mit Risikomanagementprozessen verknüpft ist. Es ist wichtig, ein kritisches Auge auf das Potenzial von Risikobewertungsinstrumenten zu werfen, die als Mittel zur Reduzierung von Ressourcen und Kosten eingesetzt werden können.

Die international am häufigsten eingesetzten Instrumente zur Risikobewertung sind unter Risikobewertungsinstrumente zu finden.


Risikobewertung speziell für die Polizei

Das Risikomanagement umfasst mehrere Strategien, um die Opfer vor weiterem Schaden zu schützen und das gewalttätige Verhalten der Täter zu reduzieren. Das polizeiliche Risikomanagement beinhaltet die Durchsetzung bestehenden Rechts und die Verfolgung strafrechtlicher Sanktionen gegen den Täter, sowie eine Sicherheitsplanung mit dem Opfer. Dies stützt sich auf eine Risikobeurteilung, um die vom Täter ausgehende Bedrohung zu verringern und das Opfer vor weiterer Gewalt und Missbrauch zu schützen.

Die Risikobeurteilung ist Teil jeden Schrittes des Prozesses, da dies der Punkt ist, an dem weiterer Schaden für die Opfer verhindert werden kann. Stellen Sie sicher, dass die Risikobeurteilung durch die rechtzeitige Sammlung von Informationen unterstützt wird:

  • Sammeln von Erkenntnissen aus verschiedenen Quellen
  • Einholung der Perspektive des Opfers auf mögliche Bedrohung durch den Täter/die Täterin
  • Entwicklung und Umsetzung von Strategien, um das Risiko des Opfers zu eliminieren oder zu reduzieren.

Gewährleisten Sie eine kontinuierliche Risikobewertungen, um Veränderungen in der Gefährdung des Opfers zu erkennen und sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit des Opfers zu gewährleisten.

Stellen Sie sicher, dass die Risikobewertungen den zuständigen Justizdienstleistern mitgeteilt werden, um bei der Entscheidungsfindung verwendet zu werden.

Stellen Sie sicher, dass die Risikobewertungen mindestens eine Bewertung enthält zu

  • Letalitätsrisiko und Risiko wiederholter Gewalt
  • Grad oder Ausmaß des Schadens für das Opfer, seine Familie oder andere relevante Personen
  • vorherige Viktimisierung
  • frühere Straftaten, die der Täter in anderen Bereichen/früheren Beziehungen begangen hat
  • Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, und das Vorhandensein von Waffen oder die Drohung, Waffen einzusetzen
  • Anzeichen von eskalierender Gewalt oder Einschüchterung
  • den Zugang des Täters zur Kommunikation des Opfers, zu Mobiltelefonen, Passwörtern und Informationen über den Aufenthaltsort des Opfers
  • den Status der Beziehung

Stellen Sie sicher, dass die Risikoeinschätzung die Vorgeschichte der Gewalt einschließt und die Angst des Opfers einbezieht. Der stärkste Indikator für zukünftige Risiken / Gewalt ist das aktuelle und vergangene Verhalten des Täters bzw. der Täterin. Möglicherweise das Opfer an einen spezialisierten Dienst für häusliche Gewalt überwiesen werden.

Berücksichtigen Sie zusätzlich zum Einsatz eines spezifischen Risikobewertungsinstruments, dass es sehr wichtig ist, Ihre eigene Wahrnehmung der Situation und des damit verbundenen Risikogrades zu berücksichtigen. Dies sollte nicht ignoriert werden! Außerdem muss das Risiko regelmäßig neu bewertet werden, und es müssen Ereignisse berücksichtigt werden, die das Risikoniveau verschlimmern können – Risikoauslöser (z.B. Festlegung des Verhandlungstermins, Festlegung des Scheidungstermins, etc.).


Sicherheit und Schutz am Ende des Prozesses

Schutzmaßnahmen für Opfer, die häusliche Gewalt erlebt haben, sind entscheidend, um die Gewalt zu stoppen und eine Wiederholung, Eskalation und Androhung von Gewalt zu verhindern. Die Opfer haben das Recht, gewaltfrei und frei von der Angst vor Gewalt zu leben. Das bedeutet, dass Schutzmaßnahmen unabhängig von der vorherigen Einleitung eines Straf-, Zivil- oder Familienrechtsverfahrens zur Verfügung stehen müssen und so gestaltet sein müssen, dass sie die Opfer in ihrem Zugang zur Justiz stärken und ihnen einen sicheren Aufenthalt ermöglichen. Sicherheitspläne basieren auf einer Risikobewertung.

Zugang zu sofortigen, notwendigen und langfristigen Schutzmaßnahmen
  • Schutz kostenlos zugänglich machen
  • Geben Sie der Sicherheit des Opfers Vorrang, wenn Sie eine Änderung der Schutzmaßnahmen vornehmen
  • Stellen Sie sicher, dass der Schutz speziell auf die Bedürfnisse des Opfers, seiner Familie und anderer relevanter Personen zugeschnitten ist
  • Stellen Sie sicher, dass Schutzmaßnahmen nicht von der Einleitung eines straf-, zivil- oder familienrechtlichen Verfahrens abhängig sind.
Vollstreckung von Schutzmaßnahmen
  • Schutzmaßnahmen sind sofort wirksam
  • Kopien der Schutzmaßnahmen werden an die Polizeistreifen und das Personal in dem operativenkommunikationszentren weitergegeben und für einen leichten Zugang aufbewahrt
  • Arbeiten Sie mit dem Opfer zusammen, um die verfügbaren Optionen und Ressourcen zu ermitteln

Die Aufrechterhaltung der Sicherheit des Opfers, seiner Familie und anderer Betroffener steht im Mittelpunkt aller Maßnahmen der Justiz.

Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Informationen, einschließlich der Risikobewertung, vorliegen, bevor Sie Entscheidungen treffen, die die Festnahme, Inhaftierung, die Bedingungen für die Freilassung, Bewährung oder Bewährung des Täters betreffen.

Koordinierte Schutzmaßnahmen

Wenn bereits andere Gerichtsverfahren eingeleitet wurden, müssen die Schutzmaßnahmen zwischen Straf-, Zivil-, Familienrechts- und/oder Verwaltungsverfahren koordiniert werden:

  • Erwägen Sie die Schaffung eines Registrierungssystems für Schutzanordnungen, um sicherzustellen, dass alle Anbieter von Justizdienstleistungen schnellen Zugang zu den relevanten Informationen haben.
  • Stellen Sie sicher, dass Informationen legal und sicher ausgetauscht werden können, unter Wahrung der Vertraulichkeit des Opfers
  • Arbeiten Sie mit anderen Dienstleistungsanbietern zusammen, um integrierte Protokolle und effektive Überweisungsnetzwerke zu entwickeln und zu implementieren
  • Stellen Sie sicher, dass Unterstützungsmaßnahmen wie Kindergeld oder Unterhaltszahlungen zur Verfügung stehen, um dem Opfer zu helfen, sein Leben sicher wiederaufzubauen.
  • Stellen Sie sicher, dass ein Justizdienstleister mit der Betreuung des Opfers beauftragt wird und ihm Kontaktinformationen zur Verfügung stellt, damit er im Falle von erwarteter oder tatsächlicher Gewalt oder bei Verletzung der Schutzanordnung sofort reagieren kann.

Kommunikation mit Opfern über Sicherheitsmaßnahmen und Risikoeinschätzung

Fragen zur Einschätzung der unmittelbaren Gefahr von Gewalt

  • „Ist die physische Gewalt in den letzten 6 Monaten häufiger vorgekommen oder hat sie sich verschlimmert?“
  • „Hat er/sie jemals eine Waffe benutzt oder Sie mit einer Waffe bedroht?“
  • „Hat er/sie jemals versucht, Sie zu erwürgen?“
  • „Glauben Sie, er/sie könnte Sie töten?“
  • „Hat er/sie Sie jemals geschlagen, als Sie schwanger waren?“
  • „Ist er/sie gewalttätig und ständig eifersüchtig auf Sie?“

Opfer, die auf mindestens 3 der folgenden Fragen mit „Ja“ antworten, sind möglicherweise einem besonders hohen unmittelbaren Gewaltrisiko ausgesetzt.

Wenn es für das Opfer nicht sicher ist, nach Hause zurückzukehren, stellt man eine sichere Unterbringung sicher oder arbeitet mit dem Opfer zusammen, um einen sicheren Ort zu finden, an den es gehen kann (z.B. das Haus eines Freundes).


Erstellung eines Sicherheitsplans

Auch Opfer, die nicht unmittelbar einer ernsten, lebensbedrohlichen Gefahr ausgesetzt sind, profitieren von einem Sicherheitsplan. Wenn sie einen Plan haben, können sie besser mit der Situation umgehen, wenn es erneut zu Gewalt kommt. Die folgenden Elemente sind Teil eines Sicherheitsplans und Fragen, die man ihnen stellen kann, um ihnen bei der Erstellung eines Plans zu helfen.

Beispiel: Sicherheitsplan

Sicherer Ort

„Wenn Sie Ihr Haus in Eile verlassen müssen, wohin könnten Sie gehen?“

Planung für Kinder

„Würden Sie allein gehen oder Ihre Kinder mitnehmen?“

Verkehrsmittel

„Wie werden Sie dorthin gelangen?“

Mitzunehmende Gegenstände

„Müssen Sie irgendwelche Dokumente, Schlüssel, Geld, Kleidung oder andere Dinge mitnehmen, wenn Sie gehen? Was ist unentbehrlich?“

Finanzielles

„Haben Sie Zugang zu Geld, wenn Sie gehen müssen? Wo wird es aufbewahrt? Können Sie im Notfall darauf zugreifen?“

Unterstützung durch eine nahestehenden Person

„Gibt es einen Nachbarn, dem Sie von der Gewalt erzählen können, der die Polizei rufen oder Ihnen Hilfe holen kann, wenn er Geräusche von Gewalt aus Ihrem Haus hört?“

Die Bedürfnisse der Opfer gehen im Allgemeinen über das hinaus, was man vor Ort anbieten kann. Man kann helfen, indem man die Bedürfnisse des Opfers mit ihm bzw. ihr bespricht, ihm bzw. ihr von anderen Hilfsangeboten erzählt und ihm bzw. ihr hilft, Hilfe zu bekommen, wenn er bzw. sie Hilfe wünscht. In der Regel wird es nicht möglich sein, alle Anliegen beim ersten Treffen zu behandeln. Man sollte sie wissen lassen, dass man für ein weiteres Treffen zur Verfügung steht, um über andere Themen zu sprechen.

Im Gegensatz zu den fast 400 Frauenhäusern in Deutschland stehen ähnliche Einrichtungen für Männer, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind, nur vereinzelt zur Verfügung. In einigen deutschen Städten wurden in den letzten Jahren Schutzwohnungen eröffnet. In ihnen finden Männer bis zu sechs Monate lang Zuflucht, wenn sie zu Hause Übergriffen ihres Partners bzw. ihrer Partnerin ausgesetzt sind oder wenn sie gestalkt werden. In den Wohnungen ist auch Platz für minderjährige Kinder.

Männer-Wohn-Hilfe e.V.

Riposo – Wohnung für von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Männer

Es mag frustrierend erscheinen, wenn Opfer keine Schritte zu unternehmen bereit sind, um ihre Situation zu ändern. Die Entscheidung, etwas gegen die aktuelle Situation zu unternehmen, ist jedoch keine leichte für die Opfer. Man sollte stets ihre Wünsche und Entscheidungen respektieren.


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IMPRODOVA Checkliste und ein Szenarien-basiertes Lernmodul zur Risikobeurteilung bei häuslicher Gewalt

Im Rahmen eines Teilprojektes des EU-Projektes IMPRODOVA wurde von den Partnern ein Szenarien-basiertes Lernmodul, sowie eine Checkliste zur Risikobeurteilung bei häuslicher Gewalt entwickelt (D 3.3).

Das Szenarien-basierte Lernmodul zur Risikoeinschätzung häuslicher Gewalt ermöglicht es, online mehr über die verschiedenen Verfahren der Risikoeinschätzung im Fall von Nora zu erfahren, um ein besseres Verständnis der beteiligten Prozesse zu erlangen. Das Modul kann auch heruntergeladen werden, um es zum Beispiel in einem Workshop zu verwenden.

Klicken Sie hier, wenn Sie das Modul online abrufen wollen:

Klicken Sie hier, wenn Sie die Powerpoint-Präsentation herunterladen möchten:

Die Checkliste stellt – in Kurzform- alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung, wenn man sie benötigt; Diese kann man hier herunterladen und ausdrucken.